TCG-Karten sicher zum Grading verpacken: 7-Schritte-Anleitung
So verpackst du deine TCG-Karten richtig für den Versand zum Grading: Penny Sleeve, Card Saver, Karton-Sandwich – Schritt für Schritt erklärt.

Karten zum Grading verpacken heisst: Penny Sleeve rein, Card Saver 1 drum, mehrere Karten als Stapel zwischen zwei Kartonlagen mit Gummibändern fixieren, dann ab in den gepolsterten Versandkarton mit Tracking und Versicherung. Klingt simpel – aber genau hier verlieren Karten im Wert von mehreren Hundert Franken regelmässig Grade-Punkte, bevor der Grader sie überhaupt in der Hand hatte.
Dieser Guide ist die kondensierte Praxis von ART Grading: was funktioniert, was Karten zerstört, und welche Fehler du dir sparst.
Was du brauchst (und was nicht)
Material-Kosten: rund CHF 5–15 für eine kleine Submission (Quelle: CardGrader.ai, Feb 2025). Das ist dein Versicherungs-Budget für Karten, die teils mehrere Hundert CHF wert sind.
Du brauchst:
- Klare Standard-Penny-Sleeves – dünn, durchsichtig, ohne Aufdruck
- Card Saver 1 (semi-rigide Halter) – nicht zu verwechseln mit Toploadern
- Festes Kartonmaterial für das Karton-Sandwich (z.B. Wellpappe-Zuschnitte)
- Gummibänder in normaler Stärke
- Versandkarton in passender Grösse
- Luftpolsterfolie oder zerknülltes Packpapier
- Klebeband – ausschliesslich für den Versandkarton, nie für die Karten
Du brauchst nicht:
- Toploader (PSA bevorzugt ausdrücklich Card Savers)
- Farbige oder dicke Sleeves
- Haftnotizen oder Etiketten am Card Saver
- Reinigungstücher oder -flüssigkeiten
Die 7 Schritte
Schritt 1: Penny Sleeve
Karte oben in eine klare Standard-Penny-Sleeve einlegen – nicht seitlich. Die Öffnung zeigt nach oben. Verwende keine opaken, farbigen oder dicken Sleeves: Der Grader muss die Karte durch die Sleeve sehen können, ohne sie herauszunehmen.
Wichtig: Die Sleeve soll eng anliegen, aber die Karte nicht quetschen. Bei zu kleinen Sleeves entstehen beim Einschieben Mikro-Wellen an den Ecken.
Schritt 2: Card Saver 1
Die gesleevte Karte in einen Card Saver 1 schieben. Card Savers sind semi-rigide – sie biegen sich leicht, brechen aber nicht. Genau das ist beim Versand erwünscht: Stösse werden absorbiert statt direkt auf die Karte übertragen.
Laut Cardrake Grading Guide (Stand April 2026) bevorzugt PSA Card Savers explizit gegenüber Toploadern. Toploader sind starr und übertragen Schläge ungebremst. Auch ART Grading akzeptiert Card Savers als Standard.
Niemals: Tape, Pull-Tabs, Haftnotizen oder Etiketten am Card Saver befestigen. Klebstoff-Reste sind ein Grade-Killer – auch indirekt, wenn sie beim Entfernen Material von der Sleeve mitziehen.
Schritt 3: Stapel-Reihenfolge
Wenn du mehrere Karten einsendest: Stapel exakt in der Reihenfolge des Einsendungsformulars. Position 1 oben, Position 2 darunter, und so weiter. Klingt pedantisch, spart aber im Wareneingang Zeit – und verhindert, dass deine Karte mit der falschen Submission-ID erfasst wird.
Schritt 4: Karton-Sandwich
Den Card-Saver-Stapel zwischen zwei Lagen festes Kartonmaterial legen. Die Kartonzuschnitte sollten etwas grösser sein als der Card Saver – mindestens 1 cm Überstand pro Seite.
Mit Gummibändern sichern. Faustregel: fest genug, damit beim Schütteln nichts rutscht – locker genug, dass die Karten nicht gequetscht werden. Zwei Gummibänder über Kreuz reichen meistens.
Schritt 5: Versandkarton mit Polsterung
Das Karton-Sandwich kommt in einen Versandkarton. Alle Hohlräume füllst du mit Luftpolsterfolie oder zerknülltem Packpapier. Der Test: Wenn du den geschlossenen Karton schüttelst, darf sich nichts bewegen. Hörst oder spürst du Bewegung, fehlt Polstermaterial.
Grösse des Versandkartons: lieber etwas zu gross und gut gepolstert als knapp und ungepolstert. Knappe Kartons übertragen Stösse direkter auf den Inhalt.
Schritt 6: Einsendungsformular beilegen
Das ausgedruckte Einsendungsformular kommt oben auf das Karton-Sandwich, bevor du den Versandkarton verschliesst. Nicht in eine separate Tasche, nicht auf der Aussenseite – sonst geht es im Versand verloren oder wird unleserlich.
Falls du über das ART-Grading-Portal einsendest: Die Auftragsnummer steht auf dem Formular und verknüpft deine physische Sendung mit deinem digitalen Auftrag. Eine Anleitung zum Ablauf findest du unter How it works.
Schritt 7: Versand mit Tracking und Versicherung
Alle Kartonkanten mit Klebeband versiegeln – auch die Längsnaht, nicht nur die Schliessklappen. Versandlabel gut sichtbar anbringen.
Versand immer mit:
- Sendungsverfolgung – ohne Tracking ist eine verlorene Sendung unauffindbar
- Wertversicherung – deklarierter Warenwert mindestens in Höhe des erwarteten Graded-Werts
Für innerschweizerische Sendungen ist Post CH mit „Versichert“-Option der Standard. Bei Sendungswerten über CHF 500 lohnt sich ein Blick auf die Höchst-Deckungssummen des Versanddienstleisters – darüber hinaus brauchst du ggf. eine separate Transportversicherung.
Was deine Karten zerstört (Anti-Patterns)
Die häufigsten Fehler, die bei ART Grading im Wareneingang auffallen:
- Tape direkt auf der Karte oder am Card Saver – sofortiger Grade-Killer. Klebereste verursachen Surface-Abzüge und sind oft irreversibel.
- Karte vor Versand „reinigen“ – Flüssigkeiten und Tücher verursachen Wellung. Eine Karte mit leichtem Staub bekommt eine bessere Grade als eine mit gewellter Oberfläche. Lass sie wie sie ist.
- Toploader statt Card Saver – starre Halter übertragen Stösse direkt auf die Karte. Bei Pech reisst eine Ecke beim Versand.
- Lose Karte im Briefumschlag – kommt häufiger vor als man denkt. Briefumschläge gehen durch Sortieranlagen mit Walzen. Die Karte überlebt das nicht.
- Kein Tracking, keine Versicherung – wenn die Sendung verschwindet, ist sie weg. Punkt.
- Knapper Versandkarton ohne Polsterung – Stösse gehen direkt aufs Karton-Sandwich.
Fotos vor Versand: dein eigener Nachweis
Bevor die Karte in die Sleeve wandert: Fotos machen. Vorder- und Rückseite, gut ausgeleuchtet, mit Handy oder Kamera. Idealerweise auch Detail-Aufnahmen der Ecken und der Surface unter Schräglicht.
Dieser Schritt kostet zwei Minuten und ist dein eigener Zustandsnachweis – falls eine Karte unterwegs Schaden nimmt und du gegenüber Versanddienstleister oder Versicherung den Vor-Versand-Zustand belegen musst.
Welche Mängel der Grader später bewertet, steht auf der Grading-Skala – die vier Kriterien Centering, Corners, Edges und Surface entscheiden über die finale Grade.
Fazit
Verpackung ist der billigste Teil des Grading-Prozesses und gleichzeitig der mit dem grössten Schadenspotenzial. Penny Sleeve, Card Saver 1, korrekte Stapel-Reihenfolge, Karton-Sandwich, Einsendungsformular beilegen, gepolsterter Versandkarton sowie Tracking und Versicherung – diese sieben Schritte verhindern fast jeden Versand-Schaden.
Wer den Ablauf von Anfang bis Ende verstehen will, findet die Grading-Schritte unter How it works. Aktuelle Service-Tiers und Wartezeiten stehen auf der Preisseite.




